BARFEN ODER NICHT BARFEN?

 

Ein sich ausweitender Trend in der Hundeernährung ist das „Barfen“, das allerdings - international - von tierärztlichen Fachorganisationen abgelehnt wird, da die große Gefahr einer Mangelernährung besteht.

 

Barfen sollte, nach Aussagen der Ärzte, nur, wer fundierte Kenntnisse in der Tierernährung und Futtermittelkunde hat. In jedem Fall ist es ein Thema, mit dem man sich im Detail mit Fachleuten auseinandersetzen muss, bevor Ihr Hund unter Mangelernährung oder anderen Problemen zu leiden beginnt.

 

Uns sind Fälle bekannt, bei denen Hunde nach der Umstellung auf das Barfen weniger Beschwerden hatten, beispielsweise mit Gelenkproblemen oder aber ihrer Haut. Doch ist dies nicht zwingend die Regel, da das Barfen durchaus Gefahren beinhalten kann, wenn es nicht fachgerecht umgesetzt wird. Uns sind auch gegenteilige Fälle bekannt, bei denen es dem Hund nach der Umstellung auf das Barfen schlechter ging. Das Thema "barfen" ist somit auf jeden Fall ein Thema, das ausführlich mit dem Tierarzt besprochen werden muss!

 

Was nun bedeutet der Begriff überhaupt konkret? Unter „barfen“ versteht man die Ernährung fleischfressender Haustiere wie Hunde, Katzen oder Frettchen mit rohem Fleisch, Knochen und Innereien, ergänzt durch Obst und Gemüse. Getreideprodukte werden höchstens als Ergänzung gegeben, wenn überhaupt. 

 

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es mikrobiologische Risiken bei dieser Art der Fütterung mit rohem Fleisch gibt, für das Tier und auch für die Menschen, die im gleichen Haushalt leben!

 

 

Das Fachgremium für parasitäre Erkrankungen, das „European Scientific Counsel Companion Animal Parasites“ empfiehlt, rohes Fleisch für mindestens eine Woche bei -20 Grad tief zu frieren, damit eventuell enthaltene Parasiten in allen Entwicklungsstadien sicher abgetötet werden und keine Gefahr mehr darstellen können.


Das Barfen wurde in erster Linie für Haushunde entwickelt und soll sich an den ursprünglichen Fressgewohnheiten von Wölfen und Wildhunden orientieren. Das Akronym „BARF“ steht heute für „biologically appropriate raw food“ laut Definition des australischen Tierarztes Ian Billinghurst, während die reguläre Übersetzung des Wortes aus dem Englischen „sich übergeben“ bedeutet - nicht die angenehmste Assoziation.

 

Entstanden ist die Barf-Bewegung aus einem großen Misstrauen dem industriellen Futter gegenüber, obwohl es diverse objektive und unabhängige Tests dieser Futtermittel gibt, die gute und für den Hund lebensnotwendige Zutaten und Inhaltsstoffe konkret attestieren. Somit ist auf seriöse Weise die Befürchtung, dass jedes Trockenfutter fast nur aus Getreide besteht, nachweislich ausgeräumt.

Eingefleischte Barfer - im wahrsten Sinne des Wortes - argumentieren, dass durch das Kauen roher Knochen Hunde keinen Zahnstein und somit keinen Mundgeruch mehr hätten und auch die Ausdünstungen des gesamten Körpers weniger nach Hund riechen würden. 

 

Die grosse Gefahr bei der Gabe von Knochen besteht allerdings darin, dass, wenn der Calciumbedarf im Blut gesättigt ist, der Organismus kein weiteres Calcium - dem Hauptbestandteil von Knochen -  mehr aufnehmen kann und im Zuge der Darmpassage immer zäher wird. 

 

Durch die Behinderung der Muskelaktivität des Darms kann es zu massiven Verstopfungen kommen, die im allerschlimmsten Fall operativ behoben werden müssen, da zu viel Knochen Knochenkot verursachen kann, vebunden mit sehr starken Schmerzen für das Tier, das dann apathisch erscheint, sich nicht mehr lösen und auch unter Fieber leiden kann.

 

Ein umgehendes Aufsuchen der Tierklinik als akuter Notfall ist in einem solchen Fall unumgänglich.

Wer reines Fleisch ohne Konservierungsmitel füttern möchte, kann die beim Barfen offensichtlich vorhandenen Risiken ausschließen und ganz einfach etwas Hühnerbrust oder Beinscheibe auskochen und mit einem als gut getestetem Trockenfutter, das wiederum alle erforderlichen Vitamine und mineralischen Spurenelemente enthält, vermischen. Ihr kleiner Vierbeiner wird es Ihnen bestimmt danken, wenn Sie statt Hühnerbrust auch einmal ein Stück grätenfreien Fisch fettarm dünsten oder er gelegentlich ein paar Scheiben eines durchgebratenen Steaks bekommt! Alternativ freut sich Ihr kleiner Freund natürlich auch immer über Leckerchen auf reiner Fleischbasis.

Foto: www.fotolia.com, Willee Cole, Ermolaev Alexandr

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